EM 2016 Stadien: Das sind die 10 Spielstätten der EURO

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Wir haben uns die 10 EM-Spielstätten genauer angesehen und nach Größe sortiert. Außerdem erfährst du, wo die Highlights der EURO 2016 ausgetragen werden und wo die deutsche Mannschaft ihre Spiele austrägt.

Das sind die EM 2016 Stadien, sortiert nach der Wichtigkeit. Wir haben etwas recherchiert und geben dir einige Hintergrundinfos zur Geschichte des jeweiligen Stadions (auch im Hinblick auf die WM 1998) und richten unseren Blick auch auf die bisherigen Spiele der deutschen Nationalmannschaft in der jeweiligen Stadt. 

1. Saint-Denis – Stade de France

 

Das 1998 eröffnete Stade de France ist das mit Abstand größte Stadion Frankreichs und fungiert als Nationalstadion, sodass fast alle Heimspiele der französische Nationalmannschaft dort stattfinden. Es gibt keinen Verein, der regelmäßig seine Heimspiele in dem 81.338 Zuschauer fassenden Stadion austrägt, wenngleich der Rugbyklub Stade Français für manche Topspiele ins Stade de France ausweicht. Das Stadion ist der Austragungsort der Finalspiele der beiden französischen Pokalwettbewerbe und hat unter anderem auch zwei Champions-League-Finals und die Leichtathletik-WM 2003 beheimatet. Ebenso wie bei der Weltmeisterschaft 1998 finden hier auch bei der Euro 2016 sowohl das Eröffnungsspiel als auch das Finale statt.

 

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Insgesamt werden hier sieben Spiele der Euro ausgetragen, unter anderem das zweite Vorrundenspiel der deutschen Mannschaft gegen Polen. Das Stadion besticht vor allem durch seine monumentale Bauweise und kesselartige Form, die für die besondere Atmosphäre des Stade de France verantwortlich ist.

 

Highlights in diesem Stadion:

 

  • Eröffnungsspiel Frankreich – Rumänien
  • Deutschland – Polen
  • Finale

2. Paris – Parc des Princes

 

Der Prinzenpark, Heimstätte von Paris Saint-Germain, ist das zweite Stadion im Großraum Paris, in dem Spiele der Euro stattfinden werden. Aus deutscher Sicht ist natürlich das dritte Gruppenspiel des DFB-Teams gegen Nordirland von besonderem Interesse. Aber auch drei weitere Vorrundenspiele, z.B. Österreich-Portugal, und ein Achtelfinale werden hier ausgetragen. Der Prinzenpark kann bis zu 49.000 Zuschauer beherbergen und war bis zum Bau des Stade de France Frankreichs Nationalstadion. Auch sonst hat das Stadion eine bewegte Geschichte vorzuweisen. 1897 wurde es zunächst als Radrennbahn erbaut und von 1903 bis 1967 endete auch jedes Jahr die letzte Etappe der Tour de France im Prinzenpark, bevor die Radrennbahn abgerissen wurde.

 

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Seitdem finden hier vor allem Fußball- und Rugbyspiele der Pariser Klubs sowie zahlreiche Final- und Endrundenspiele großer Meisterschaften und Konzerte statt. Auch bei der WM 1998 spielte Deutschland im Prinzenpark und gewann das Auftaktspiel mit 2:0 gegen die USA.

 

Highlights in diesem Stadion:

 

  • Deutschland – Nordirland
  • Österreich – Portugal
  • Ein Achtelfinale

3. Marseille – Stade Vélodrome

 

Die Heimstätte von Olympique Marseille ist das größte Stadion Frankreichs, in dem regelmäßig ein Verein spielt. Nachdem es schon Spielort der WM 1998 war, wurde es für die Euro 2016 aufwändig renoviert und hat unter anderem eine neue Außenhülle sowie eine vollständige Überdachung bekommen. Die Zuschauerkapazität wurde von 60.301 auf 67.394 erhöht. Der Name des Stadions kommt nicht von ungefähr: Das ursprünglich für die WM 1938 erbaute Stade Vélodrome beheimatete lange Zeit eine Radrennbahn zwischen Spielfeld und Tribünen, die jedoch während des Umbaus für die WM 1998 beseitigt wurde. Doch auch nach der erneuten Modernisierung ist die charakteristische Bogenform der Tribünen, die noch auf die Nutzung als Radrennbahn zurückgeht, erhalten geblieben und macht den einzigartigen Charme des Stadions aus. Neben vier Gruppenspielen (u.a. Frankreich-Albanien) werden auf dem Hybridrasen in Marseille ein Viertel- und ein Halbfinale gespielt.

 

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Highlights in diesem Stadion:

 

  • Frankreich – Albanien
  • England – Russland
  • Ein Viertelfinale
  • Ein Halbfinale

4. Lyon – Stade des Lumières

 

Das Stade des Lumières wurde komplett neu für die Europameisterschaft in einem Vorort von Lyon gebaut und ist seit Januar 2016 das neue Heimstadion von Olympique Lyon. Der Verein hat davor 65 Jahre lang im etwas in die Jahre gekommenen Stade Gerland gespielt, in dem auch Spiele der WM 1998 stattfanden. Im neuen Stadion kommt der Verein nicht nur in den Genuss modernster Stadionarchitektur, sondern wird auch durch mehr Fans unterstützt werden können: Das Stade des Lumières bietet 59.500 Zuschauern Platz und damit 16.000 mehr als das Stade Gerland. Bei der Euro 2016 wird es hier zwischen Belgien und Italien zu einem der spannendsten Gruppenspiele kommen. Zudem finden drei weitere Vorrundenspiele, ein Achtelfinale und ein Halbfinale statt.

 

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Highlights in diesem Stadion:

 

  • Belgien – Italien
  • Ein Achtelfinale
  • Ein Halbfinale

5. Saint-Étienne – Stade Geoffroy-Guichard

 

Das Stadion des AS Saint-Étienne, noch immer französischer Rekordmeister und Erzrivale von Olympique Lyon, gilt vor allem dank der aktiven Fanszene als eines der stimmungsvollsten Stadien Frankreichs. Das Stade Geoffroy-Guichard wurde 1930 eröffnet und seitdem mehrmals umgebaut, für die Europameisterschaft zuletzt von 2011 bis 2014. Es fasst nun beinahe 42.000 Fans, bei der WM 1998 passten nur 35.600 hinein. Die Architektur mit den fast freistehenden Tribünen erinnert an britische Fußballstadien und macht die besondere Atmosphäre dieses Stadions aus. In Saint-Étienne werden drei Spiele der Vorrunde gespielt sowie das Achtelfinale mit deutscher Beteiligung für den Fall, dass Deutschland Gruppenzweiter wird.

 

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Highlights in diesem Stadion:

 

  • Portugal – Island
  • Mögliches Achtelfinale mit Deutschland 

6. Lille – Stade Pierre-Mauroy

 

Auch das Stade Pierre-Mauroy, benannt nach einem langjährigen Bürgermeister der Stadt, ist ein Neubau und wurde 2012 eröffnet. Bei Fußballspielen finden 50.083 Zuschauer Platz und es besitzt ein komplett verschließbares Dach. Nur wenige Kilometer entfernt von der belgischen Grenze, im Vorort Villeneuve-d’Ascq gelegen, erhebt sich das Stadion als beeindruckendes futuristisches Bauwerk und ist die Heimstätte des OSC Lille. Auch Basketballfans kommt das Stadion wahrscheinlich bekannt vor: Hier fand vor einer europäischen Rekordkulisse von bis zu 26.000 Zuschauern die Endrunde der Eurobasket 2015 statt. Dafür wurde eine weitere bauliche Besonderheit des Stadions genutzt. Eine Hälfte des Spielfeldes kann nämlich angehoben und über die andere Hälfte geschoben werden, sodass eine neue Plattform erscheint, auf welcher innerhalb des Stadions eine „kleine Arena“ entsteht. In dieser finden Konzerte, Tennis-, Handball- oder eben Basketballveranstaltungen statt. Während der Euro wird ganz Deutschland hoffentlich gleich zwei Mal nach Lille schauen. Denn neben dem Auftaktspiel des DFB-Teams gegen die Ukraine werden Müller, Reus & Co. auch das Achtelfinale hier bestreiten, wenn sie Gruppensieger werden. Auch Gastgeber Frankreich wird sein Spiel gegen die Schweiz in Lille austragen.

 

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Highlights in diesem Stadion:

 

  • Deutschland – Ukraine
  • Frankreich – Schweiz
  • Mögliches Achtelfinale mit Deutschland 

7. Lens – Stade Bollaert-Delelis

 

Nur gute 40 Kilometer von Lille entfernt liegt das für die Europameisterschaft renovierte Stade Bollaert-Delelis in Lens. Während der WM 1998 erlangte Lens traurige Berühmtheit, als der französische Polizist Daniel Nivel von deutschen Hooligans brutal überfallen und lebensgefährlich verletzt wurde. Das 1932 erbaute Stadion bietet nach der jüngsten Renovierung Platz für 38.223 Zuschauer, was vor allem deswegen bemerkenswert ist, da die ehemals bedeutende Bergbaustadt Lens nur etwa 33.000 Einwohner hat. Heimatverein ist der RC Lens, der momentan jedoch nur in der zweiten Liga spielt. Eine Besonderheit des Stadions ist, dass die Fankurve des RC Lens nicht auf einer der Hintertortribünen, sondern auf der Gegengerade beheimatet ist. Wegen Uneinigkeiten bei der Finanzierung der Stadionrenovierung stand Lens eine Zeit lang als Austragungsort auf der Kippe. Letztendlich konnte aber eine Einigung gefunden werden, sodass während der Euro drei Gruppenspiele sowie ein Achtelfinale in Lens gespielt werden, unter anderem das britische Duell zwischen England und Wales.

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Highlights in diesem Stadion:

 

  • England – Wales
  • Ein Achtelfinale

8. Bordeaux – Nouveau Stade de Bordeaux

 

Das Stade Matmut-Atlantique – bei der Euro heißt es wegen des Verbots von Namenssponsoren Nouveau Stade de Bordeaux – ist einer von vier Stadionneubauten, die im Vorfeld der Euro 2016 errichtet wurden. Der filigran und futuristisch wirkende Bau wurde von den gleichen Architekten wie die Münchner Allianz Arena oder das „Vogelnest“ in Peking entworfen und bietet 42.052 Zuschauern Platz. Seit 2015 trägt Girondins Bordeaux hier seine Heimspiele aus. Zudem finden auch Rugbyspiele von Union Bordeaux Bègles statt, für die die vorderen Reihen der Hintertortribünen abgebaut werden, um der größeren Länge des Rugbyspielfelds gerecht zu werden. Hier finden während der Euro vier Vorrundenspiele und ein Viertelfinale statt, unter anderem das Spiel des Titelverteidigers Spanien gegen Kroatien.

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Highlights in diesem Stadion:

 

  • Spanien – Kroatien
  • Ein Viertelfinale

9. Toulouse – Stadium Municipal

 

Ebenso wie das Stade Vélodrome in Marseille wurde auch das Stade Municipal in ursprünglich für die WM 1938 gebaut, es hat also schon eine lange Geschichte durchlebt. Nach Renovierungen 1949 und 1997 wurden hier während der WM 1998 sechs Spiele ausgetragen. Nach erneuten Umbauarbeiten im Jahr 2015 fasst das Stadion nun 35.472 Zuschauer und beherbergt bei der Europameisterschaft drei Gruppenspiele sowie ein Achtelfinale. Gerade die Mischung aus dem älteren, etwas weitläufigen Design und der facettenreichen Geschichte machen den besonderen Flair des Stadium Municipal aus. Im Regelbetrieb tragen hier der FC Toulouse und bei Spitzenspielen auch die Rugbymannschaft Stade Toulousain ihre Heimspiele aus. Wegen der hohen Belastung durch die beiden Vereine wurde ein Hybridrasen verlegt, der widerstandsfähiger ist. Der FC Toulouse drängt immer wieder auf den Neubau einer größeren Arena in der Stadt, ist mit dieser Forderung bisher aber immer gescheitert.

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Highlights in diesem Stadion:

 

  • Italien – Schweden
  • Ein Achtelfinale

10. Nizza – Stade de Nice (Allianz Riviera)

 

Normalerweise ist dieser Neubau ein Namensvetter der Münchner Fußballarena, für die Europameisterschaft heißt es jedoch schlicht Stade de Nice. Die Arena fasst 35.624 Zuschauer und ist im Ligabetrieb seit 2013 die Heimat des OGC Nizza, der zuvor im kleinen und veralteten Stade du Ray gespielt hatte. Mit seinen drei Rängen und modernem Äußeren ist das Stade de Nice ein echter Hingucker und wird bei der Euro drei Vorrundenspiele und ein Achtelfinale beheimaten.

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Sollte man vor oder nach dem Besuch eines Spiels noch Zeit haben, lohnt sich ein Blick in das Nationale Sportmuseum, das sich auf dem gleichen Areal befindet.

Highlights in diesem Stadion:

 

  • Spanien – Türkei
  • Schweden – Belgien
  • Ein Achtelfinale

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